Ein Charakter setzt sich aus einer Vielzahl unterschiedlicher, teils widersprüchlicher Charaktereigenschaften zusammen. Diese lassen sich psychologische Kategorien einordnen, mittels derer ein Charakter definiert werden kann:
IMoral und Weltsicht, Selbstwert, Wertesystem, negative und positive Glaubenssätze (Ich schaffe das sowieso nicht …), Ambitionen, Temperament, Süchte, Intellekt, Phobien, Abneigungen, Sehnsüchte, Leidenschaften, Komplexe, Hemmungen, Humor, Gewohnheiten.
Zentrale Charaktereigenschaft
Wie jeder Mensch hat jede Figur zentrale Charaktereigenschaften. Denken Sie kurz über jemanden nach, und charakterisieren Sie ihn dann in einem Satz. Dieser Satz ist der Wesenskern der Figur. Er verleiht Beständigkeit.
Beim Protagonisten sollte die zentrale Charaktereigenschaft im Hinblick auf seine Charakterentwicklung definiert sein. Auf diese Charaktereigenschaft kann im Laufe der Geschichte immer mehr und so viel Druck ausgeübt werden, bis sie sich verändert.
Die zentrale Charaktereigenschaft macht einen Menschen berechenbar. Aber manchmal verhalten sich Menschen völlig anders als erwartet. Menschen sind berechenbar, aber andererseits auch widersprüchlich. Das macht Menschen interessant. Eine Figur wird lebendiger und tiefgründiger, wenn sie Eigenschaften hat, die der zentralen Charaktereigenschaft widersprechen.
Gefühle
- Was macht die Figur wütend?
- Was frustiert sie?
- Was löst Trauer in ihr aus?
- Wodurch wird sie entmutigt?
- Was macht sie melancholisch?
- Wodurch gerät sie in Ekstase?
- Was bringt sie vor Glück aus dem Häusschen?
- Was löst Angst in ihr aus?
- Worum sorgt sie sich?
- Was ist der blanke Horror für sie?
Überzeugungen und Glaubenssätze
- Welche Glaubensätze prägen die Figur?
- Ist die Welt schlecht zu ihr? Wollen ihr alle etwas Böses antun?
- Haben immer nur anderen Glück?
- Macht allein Geld glücklich und frei?
Danach können Sie die Figur von innen nach außen entwickeln oder umgekehrt.
Innen nach außen: legen Sie erst Glaubenssätze fest, um daraus die Realität der Figuren ableiten. Wie lebt jemand, der davon überzeugt ist, dass allein Geld glücklich macht?
Außen nach innen: zuerst die äußeren Umstände festlegen. Danach graben Sie nach den Überzeugungen und Glaubensgrundsätzen, die diese Realität herbeigeführt haben.
Einem ausgewogenen Figurenensemble entsprechend, sollten in einer Geschichte unterschiedliche Realitäten aufeinanderprallen, damit möglichst viel Konflikt zwischen den Figuren entstehen kann.
Themen
Wichtig sind Themen, die für die Gefühle, das Verhalten und die Motivation der Figuren wichtig sind: Politik, Freundschaft, Aberglauben, Moral, Liebe, Familie, Gesundheit, Zukunft. Denken Sie sich Situationen aus und fragen sich, wie die Figur reagieren würde?
Verhaltensdetails
Wir tun die Figuren bestimmte Dinge? Zahnstocher kauen? Am Ohrläppchen zupfen, Fingernägel kauen. Die Details umfassen Handlungen, Sprache, Gesten, Mimik, Kleidung, die Art, wie jemand lacht usw.
Biographie
oder Backstory der Figur. Zuerst wird die Gegenwart der Figur festgelegt, ihre aktuelle charakterliche und psychische Verfassung. Danach wird die Vergangenheit an diese Gegenwart angepaßt. Die Biographie dient also dazu, das aktuelle So-Sein der Figur besser zu verstehen.
- Warum hat die Figur Angst vor Gefühlen?
- Warum kann sie keine Gefühle zeigen?
- Warum will sie keine Kinder?
- Ist sie freiwillig Single?
- Welche Verletzung versucht sie mit ihrer Arroganz zu verdecken?
Folgezettel
- keiner
Elternzettel + Backlinks
Zettelkasten